Auf dem 3GSM Congress in Cannes kündigte der Siemens-Bereich Information and Communication Mobile (Siemens mobile) die Einführung seiner „Next Generation Telecom Architecture“ an, eine standardbasierte Plattform, mit der Betreiber die Entwicklung und Bereitstellung von neuen mobilen Services erleichtern und beschleunigen können.
Als erster Telko-Ausrüster der Branche stellte Siemens damit ein umfassendes Konzept für die nächste Mobilfunknetz-Generation vor, deren Hardwareplattform zukünftig den neuen Industriestandard Advanced Telecom Computing Architecture (AdvancedTCA) nutzt. Diese Plattform wird unter Verwendung von Intel’s Applikations- und Netzwerkprozessoren entwickelt, die die entsprechende Performance für den wachsenden Bedarf an Netzressourcen liefern.
Bisher basieren Infrastruktur-Netzelemente auf proprietärer, produktspezifischer Hardware. Die Next Generation Telecom Architecture von Siemens mobile setzt hingegen auf offene Industriestandards wie AdvancedTCA, Carrier Grade Linux und die Schnittstellenspezifikation des SA-Forums für hochverfügbare Middelware. Siemens wird Transport-, Control- und Service-Netzelemente zunehmend als Software-Applikationen realisieren und auf eine gemeinsame modulare Hardwareplattform setzen. Besonders 3G-Netze werden hiervon profitieren, da sie eine ständige Weiterentwicklung und einen zügigen Ausbau benötigen.
„Die Next Generation Telecom Architecture von Siemens mobile wird die technische Komplexität von mobilen Netzen deutlich verringern. Dadurch lassen sich die Netze leichter erweitern und administrieren. Performance sowie Kapazität der Switches werden erhöht. Die neuen standardbasierten Netze werden alle Anforderungen unserer Kunden an Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit erfüllen und gleichzeitig helfen, insbesondere die Betriebskosten merklich zu senken“, erklärte Christoph Caselitz, Leiter des Geschäftsgebiets Networks bei Siemens mobile. „Erste der neuen Architektur folgende Netzapplikationen werden wir in circa zwei Jahren auf den Markt bringen. Siemens wird dafür sorgen, dass sich bestehende Mobilfunknetze schrittweise in Next-Generation-Telecom-Architecture-basierte Infrastrukturen überführen lassen.“
„Als marktführender Player in der Mobilfunk-Industrie, kennt Siemens den Bedarf nach Services, die auf modularen Kommunikationsplattformen aufsetzen, sehr genau“, sagte Howard Bubb, Vice President bei Intel Corporation und General Manager der Communications Infrastructure Division. „Gemeinsam entwickeln Intel und Siemens eine herausragende Hardwareplattform auf der Grundlage von Intel-Prozessoren und AdvancedTCA, mit deren Hilfe Betreiber hoch-performante Lösungen und Services anbieten und gleichzeitig die Betriebskosten reduzieren können.“
Netze und Applikationen, die die besonders strengen Anforderungen der Betreiber an ihre Infrastrukturen erfüllen, gelten als „Carrier-Grade“. Als Betriebssystem für die neuen Netzapplikationen setzt Siemens in seiner Next Generation Telecom Architecture eine Linux-Version ein, die speziell für die Entwicklung und den Betrieb anspruchsvoller Sprach-, Daten- oder Mobilfunkanwendungen geschaffen wurde: Carrier Grade Linux (CGL).
Die Spezifikationen für CGL wurden von der Carrier-Grade-Linux-Arbeitsgruppe des Open Source Development Lab (OSDL) in Zusammenarbeit mit führenden Technologie-Unternehmen und Netzwerk-Ausrüstern entwickelt.
Zwischen den Netz-Applikationen und der AdvancedTCA-Hardware ist die von Siemens entwickelte Middleware TSP7000 angeordnet, die bereits in heutigen Netzen mit Recovery- und Hochverfügbarkeits-Funktionen für eine Zuverlässigkeit von 99,999 Prozent sorgt. Die TSP7000 wird zukünftig den Plattform- und Schnittstellen-Spezifikationen des Standardisierungsgremiums SAF (Service Availability Forum) entsprechen, um die Portabilität und Bereitstellung von Anwendungen zu vereinfachen. |
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