Europas führende Mobilfunkbetreiber geben weiterhin den Handyherstellern schuld an dem verspäteten Start von UMTS. Vodafone-Chef Arun Sarin erklärte gestern auf dem Branchentreff 3GSM World in Cannes, dass die Netzwerke des größten europäischen Anbieters bereitstünden, die Endgerätehersteller "aber ihren Job nicht machen" würden. Vertreter von T-Mobile und MMO2 bestätigten die Ausführungen. "Wir haben 3G aufgestellt, und sichergestellt, dass unsere Produkte und Dienste bereit sind, und wir warten, und warten und warten", sagte Sarin.
"Wir können die Zukunft nicht in Gang setzen, bevor wir Handys haben, die zumindest so gut sind, wie die 2G und 2,5G-Geräte die wir haben", sagte er weiter. Sarin: "3G-Telefone seien klotzig, laufen heiß und haben keine Akkulaufzeit. Diese heutige Praxis ist für unsere Kunden nicht akzeptabel". Vodafone hat in diesem Monat in sieben Ländern seine UMTS-Dienste gestartet, bietet aber bisher erst Cardphones für mobiles Breitband-Internet in Notebooks an. Vor dem vierten Quartal 2004 erwartet Sarin nach eigenen Aussagen keine "millionenfache Verfügbarkeit von geeigneten Handys".
T-Mobile-Chef René Obermann erklärte, dass die UMTS-Netzwerke in Deutschland, Österreich und Großbritannien fertig seien und arbeiteten. "Aber wir haben keine Geräte zur Verfügung, weshalb wir denken, dass ein Launch nicht gut wäre. Wir können unsere Kunden nicht mit minderwertig Geräten enttäuschen."
Wie Sarin weiter erklärte, halte man gegenwärtig "Kontrollgespräche" mit den Geräteherstellern Nokia, Motorola, Samsung und anderen ab. Man sei zuversichtlich, im vierten Quartal genügend Geräte im Bereich "Einsteiger", "Mittelklasse" und "Top" zu erhalten, um einen ordentlichen Launch durchführen zu können.
Der britische Mobilfunkbetreiber MMO2, hatte bislang den Monat März als Starttermin für sein UMTS-Netz in Deutschland und Irland genannt. Konzernchef Peter Erskine erklärte gestern in Cannes, dass der Dienst in den großen Städten Großbritanniens erst im Herbst freigeschaltet würden. |
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