 |
| Georg Birkmaier ist Regional Director Central Europe bei Wind River |
Wo früher im Auto noch Mechanik und Hydraulik zum Einsatz kamen, haben heute Elektrik und Elektronik die Regie übernommen. Bereits ein Viertel des Gesamtwertes eines PKW hat seinen Ursprung in den Komponenten der Elektrik und Elektronik - mit steigender Tendenz. Bereits 2010 soll der Anteil bei 35 Prozent liegen. Das rasche Wachstum ist für Hard- und Softwarehersteller sehr erfreulich, stellt sie jedoch auch vor neue Herausforderungen: Denn erst, wenn die einzelnen Komponenten zusammenarbeiten und Daten austauschen können, erschließt sich ihr ganzes Potenzial. Eine Vernetzung der Komponenten ist unumgänglich. Die Bereitstellung von Schnittstellen für Kommunikationssysteme, Busse oder Netzwerke werden so zur wichtigen Schlüsselkompetenz im Fahrzeugbau. In den Autos findet sich ein bunter Strauß von Übertragungsprotokollen: Nicht nur Kfz-spezifische Standards wie OSEK/VDX, CAN, IDB oder MOST müssen berücksichtigt werden. Mit dem Vormarsch der Infotainmentsystemen kommen Schnittstellen für die Mobilfunknetze, Kurzstreckenfunkverbindungen oder die Satellitennavigation hinzu: Hier heißen die Protokolle GSM, GPRS, Bluetooth, IEEE 802.11, GPS oder bald auch UMTS. Zulieferer und Hersteller, die mit ihren elektronischen Produkten auf Zukunftssicherheit setzen, müssen möglichst viele dieser Standards unterstützen oder in der Lage sein, sie schnell und ohne großen Aufwand zu implementieren. Damit die Entwickler nicht für jeden eingesetzten Mikroprozessor ein eigenes Betriebssystem und eigene Anwendungsprogramme entwerfen und sie einzeln auf die Kommunikationssysteme anpassen müssen, ist es sinnvoll, geeignete Standard-Echtzeitbetriebssysteme sowie auf die speziellen Anforderungen abgestimmte Entwicklungsumgebungen einzusetzen. Sie unterstützen viele verschiedene Prozessoren und stellen Application Programming Interfaces für alle möglichen Kommunikationssysteme und Dienste zur Verfügung. Nur so kann ein Hersteller im Automotive-Bereich sicher gehen, dass er die vielfältigen Anforderungen der Netzwerktechnik bewältigt und dabei auch noch den schnellen Produktzyklen der Halbleiterindustrie gewachsen ist. Dank solcher Standardbasissoftware können sich die Entwickler voll und ganz auf die Programmierung und Verbesserung der eigentlichen Anwendungen konzentrieren. So reduziert sich die Time-to-Market. Wichtige Kosten- und Wettbewerbsvorteile entstehen. Und darauf sollte heute niemand mehr verzichten. |
| |
|
 |
|