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| Rahman Jamal ist Technical & Marketing Director, Central Europe für National Instruments |
Laut einer Marktuntersuchung von Cahners Research mit dem Titel ‚Mind of the Engineer‘ aus dem Jahr 2001 begleiten 97 % der Designingenieure ihre Designs von der Produktidee bis zur Fertigung. Was bedeutet dies nun für die Messtechnik? Bei näherer Betrachtung des Datenflusses in der Produktionskette zeigt sich, dass es während des Entstehungsprozesses eines Produkts immer wieder notwendig ist, reale Daten - Messdaten - mit denen des Modells, des Prototyps beziehungsweise des Serienproduktes zu vergleichen. Erst die gemessenen Daten geben schließlich Auskunft über die Abweichungen, die im Verlauf der einzelnen Phasen der Entwicklung vom Modell zur Realität entstehen. Und erst die exakte Erfassung dieser Abweichungen ermöglicht es, schon während der Entstehung des Produktes entscheidenden Einfluss auf das Produkt selbst zu nehmen, um zu guter Letzt die geforderte Qualität zu gewährleisten. Die Messtechnik kommt also nicht, wie oft angenommen, erst am Ende der Produktentstehungskette zum Einsatz, wenn es darum geht, die Qualität des Produkts zu verifizieren, sondern begleitet quasi das Produkt vom Entwicklungs-PC bis zum Fertigungsband und darüber hinaus.
Wenn die Messtechnik also das Produkt durch den gesamten Entstehungsprozess begleitet, dann ist es logisch konsequent, auf Werkzeuge zu setzen, welche in der Lage sind, die unterschiedlichsten Anforderungen der Messtechnik über den gesamten Prozess hinweg zu integrieren und zudem eine Brücke zu schlagen zu speziellen Designtools wie SPICE-orientierten Tools für elektronisches Design oder elektromechanischen Simulationstools, die in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen. LabView und das darin eingebettete Konzept der virtuellen Instrumente haben seit ihrer Markteinführung in den 90er Jahren diesen Wandel nicht nur beschleunigt, sondern auch die herkömmlichen von den Herstellern diktierten starren Strukturen durch eine für den Anwender natürliche Vorgehensweise sukzessiv ersetzt. Als eine natürliche Integrationsplattform begleiten sie den Anwender durch die gesamte Produktentstehungskette. Gerade für den Bereich Design wurden vor kurzem weitere Anbindungsmöglichkeiten zu etablierten Designtools vorgestellt:
Das LabView-Frontend für das DSP-Programmiertool Code Composer von Texas Instruments ermöglicht Entwicklern von DSP-Systemen, diese bereits in der Designphase zu prüfen, also noch vor der Herstellung des ersten Prototyps. Zudem existiert eine Anbindung von LabView zur Schaltungssimulationsumgebung SPICE, so dass Anwender von SPICE-Modellen Schaltungen schon während der Simulation prüfen können. Dank der kürzlich vorgestellten Initiative mit Tektronix können Designingenieure nun während der Designphase anspruchsvolle Analysen durchführen und mithilfe von LabView auf den auf einer offenen Windows-Plattform basierenden Tektronix-Oszilloskopen ihren Anforderungen entsprechende Anwendungen erstellen. Eine Reihe von Anbindungsmöglichkeiten für etablierte Mathematikprogramme wie beispielsweise Mathematica, MatLab oder MatCad erlauben die Integration von mathematischen Modellen bereits für die Designphase.
Die messtechnische Verschmelzung der Disziplinen Design - Entwicklung - Produktion bekommt insbesondere durch die PC-orientierte Mess- und Prüftechnik mit ihren umfangreichen Anbindungsmöglichkeiten Rückenwind und ermöglicht dem Anwender letztlich, bessere Produkte günstiger zu produzieren. |
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