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| Hans Carper ist Regional Manager Central & Eastern Europe für ARM |
Durch den immer höheren Konkurrenzdruck bei der Entwicklung neuer Produkte sind vor allem eine möglichst kurze Time-to-Market und niedrige Kosten für den späteren Erfolg des Produkts entscheidend. Immer häufiger werden daher in den Produkten SoC-Bauteile (System on Chip) eingesetzt, die alle wesentlichen Funktionen in sich vereinen. Dies bringt zwar Vorteile hinsichtlich der Kosten und der Baugröße; doch im Gegenzug wird mit zunehmender Komplexität die Entwicklung und auch das Debugging derartiger Bauteile immer zeitaufwändiger und schwieriger. Einige IP-Anbieter bieten dem Anwender deshalb gleich auch passende Debugging-Tools für ihr IP an. Treten Sie damit in Konkurrenz zu den reinen Tool-Anbietern und werden diese so bald überflüssig?
Multi-Prozessor-Systeme oder die Kombination von Prozessor und DSP (Digital Signal Prozessor) mit hohen Taktraten und die enge Interaktionen von Hard- und Software machen das Debugging komplexer Systeme nicht gerade einfach. Der Einsatz leistungsfähiger Werkzeuge ist damit entscheidend für einen schnellen Erfolg. Naturgemäß sind die IP-Anbieter den Tool-Anbietern besonders bei der Einführung neuer Prozessor-Architekturen oder Technologien mit eigenen Tools immer einen Schritt voraus. Oftmals werden diese Tools bei der Entwicklung von neuen Architekturen quasi mitentwickelt und auch selbst eingesetzt. Zudem kennen die IP-Anbieter ihre Prozessor-Cores besser als jeder andere. Was liegt damit näher, als bei der Einführung neuer Architekturen oder Prozessor-Cores verschiedene Debugging-Tools gleich mit anzubieten?
Tatsache aber ist, dass die Tool-Anbieter damit nicht überflüssig werden; vielmehr ist eine enge Zusammenarbeit und sinnvolle Aufteilung der Aufgaben zwischen IP und Tool-Anbieter durch die stetig zunehmende Komplexität der Chips wichtiger denn je. Während sich die IP-Anbieter um die Debug-Schnittstellen auf Chip-Ebene, die Erfassung der Trace-Daten und die Weitergabe der Daten an externe Systeme kümmern, sind die Tool-Anbieter eine Ebene höher tätig. Sie stellen die übergeordneten Tools, wie Debugger oder optimierende Compiler sowie die Umgebung zur Einbindung der Tools in eine gemeinsame Oberfläche zur Verfügung. Entscheidend ist dabei vor allem eine nahtlose Integration der beiden Tool-Welten.
Im Zuge der stetigen Weiterentwicklung und der Verbreitung neuer Technologien wird die Zahl der offenen Punkte auf der Wunschliste der Entwickler dabei eher länger als kürzer. Zu den wichtigen Themen für die nahe Zukunft gehören beispielsweise die Unterstützung von Multi-Prozessorsystemen, die Optimierung der Codedichte, die automatische Code-Generierung, eine bessere Unterstützung beim kombinierten Debugging von Hard- und Software oder die Integration von On-Chip Trace Funktionalität für Echtzeit-Anwendungen. Idealerweise sollte dabei ein umfassendes Debugging noch vor der Erstellung des ersten Halbleiters möglich sein. Insgesamt ist also noch genug Arbeit für beide Seiten da. Und um auf die Fragestellung vom Anfang zurückzukommen: IP und die erforderlichen Tools werden wie aus einer Hand kommen müssen - eben durch eine möglichst enge Zusammenarbeit von IP-Anbieter und Tool-Anbieter. |
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